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Die häufigsten Grammatik- und Rechtschreibfehler

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Tafel in der Schule

Was sind eigentlich die häufigsten Grammatik- und Rechtschreibfehler? Dieser Frage möchte ich mich in diesem Beitrag widmen. Dazu zeige ich Dir, in welchen Bereichen ich in meinen Korrektoraten besonders oft Fehler finde. Eine Zusammenfassung der einzelnen Punkte mit konkreten Beispielen findest Du übrigens in meiner Video-Serie zum Thema Rechtschreibung und Grammatik. Ich habe diese Videos unten am Ende des Beitrages eingefügt.

Kommasetzung

Ganz ehrlich: Die meisten Fehler, die ich im Bereich Grammatik finde, sind Komma-Fehler. Dabei handelt es sich sowohl um vergessene Kommas als auch um falsch eingesetzte Kommas. Schauen wir uns doch mal ein paar Bereiche an, in denen Komma-Fehler häufig auftreten…

Und: Muss oder darf man vor dem Wörtchen „und“ ein Komma setzen? Es kommt darauf an… Denn dies hängt davon ab, welche Funktion das „und“ in dem Satz erfüllt. Wenn es dazu dient, zwei Hauptsätze miteinander zu verbinden, dann darf man ein Komma setzen. Aber nur dann, wenn beide Sätze auch alleine stehen können. Bei einer Aufzählung hingegen ist kein Komma vor dem „und“ erlaubt.

Infinitiv-Sätze: Diese Spezies ist so etwas wie der heilige Gral in der Grammatik, weil diese Disziplin eine der schwierigsten ist. Doch was sind Infinitiv-Sätze überhaupt? Wenn in einem Nebensatz Verben in der Grundform (im Infinitiv) auftauchen, dann hat man es mit einem Infinitiv-Satz zu tun. Ich empfehle meinen Kunden, generell bei derartigen Sätzen Kommas zu benutzen, um Haupt- und Nebensatz voneinander zu trennen. Denn in den meisten Fällen muss man ein Komma benutzen; selten kann man es auch weglassen. Aber mit einem Komma macht man hier nichts falsch!

Vergleiche: Wenn man zwei Aspekte miteinander vergleicht, dann benutzt man entweder das Wort „als“ oder das Wort „wie“. Vor diesen muss bei einem Nebensatz immer ein Komma stehen; Liegt kein Nebensatz vor, kann man ein Komma setzen (muss es aber nicht). Ich empfehle in letzterem Fall, dass man sich angewöhnt, das Komma wegzulassen. (Warum ich das empfehle, erkläre ich im vierten Teil der Video-Serie genauer.)

Groß- und Kleinschreibung

Die nächste große Fehlerquelle ist die Groß- und Kleinschreibung. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Bereiche, die die Leute vor Probleme stellen. Schauen wir uns diese mal in Ruhe an:

Nominalisierungen: Unter diesem Begriff fasst man alle Wörter zusammen, die in ein Nomen umgewandelt wurden. So kann man zum Beispiel ein Adjektiv oder ein Verb in ein Nomen verwandeln. Im Gegensatz zu Adjektiven sowie Verben in ihrer normalen Form schreibt man Nomen (entsprechend auch Nominalisierungen) allerdings groß. Man erkennt Nominalisierungen nicht immer an einem Artikel (der, die, das); manchmal geben auch Präpositionen plus Artikel (beim, zum, am…) einen entscheidenden Hinweis.

Tage und Tageszeiten: Es gibt zwei Möglichkeiten, mit denen man einen Tag angeben kann. Wenn ich am letzten Tag in der Woche schwimmen gehe, könnte ich sagen: „Ich gehe sonntags schwimmen.“ Ich könnte aber auch sagen: „Ich gehe am Sonntag schwimmen.“ Man schreibt also das Adverb „sonntags“ klein, wohingegen man das Nomen „Sonntag“ groß schreibt.

Zusammen- und Getrenntschreibung

Ein Wort oder doch zwei Wörter? Dies ist die Frage, mit der man es bei der Zusammen- und Getrenntschreibung immer wieder zu tun bekommt. Denn es macht durchaus einen Unterschied, ob man weiter geht oder weitergeht. Und es macht einen Unterschied, ob man etwas sicher stellt oder sicherstellt. Hier ist es allerdings schwierig, pauschale Regeln aufzustellen, da man von Fall zu Fall entscheiden muss, was gemeint ist. Erst dann kann man beurteilen, ob etwas zusammen oder getrennt geschrieben wird.

Bindestrich und Gedankenstrich

Ein weiteres Thema, was ebenfalls einigen Leuten Probleme bereitet, sind Bindestriche und Gedankenstriche. Sehr oft sehe ich es in fremden Texten, dass Striche falsch eingesetzt werden. Die beiden erwähnten Strich-Arten unterscheiden sich übrigens auch in ihrem Erscheinungsbild: Denn der Bindestrich ist deutlich kürzer als der Gedankenstrich.

Bindestriche sind dazu da, um Wörter oder Wortgruppen miteinander zu verbinden. Daher kommt auch der Name. Das Wort „Content-Marketing“ wäre ein Beispiel für die korrekte Benutzung des Bindestriches. Beachte dabei, dass sowohl vor als auch nach dem Bindestrich kein Leerzeichen ist!

Gedankenstriche benutzt man, wenn man Gedanken einschieben möchte. Dies kann sowohl mitten im Satz als auch an dessen Ende der Fall sein. Für Einschübe mitten im Satz muss man dementsprechend zwei Gedankenstriche setzen (vor und nach dem Einschub). Im Gegensatz zu einem Bindestrich muss bei einem Gedankenstrich jeweils ein Leerzeichen vor und nach dem Strich gesetzt werden. Lass uns ein Beispiel betrachten: „Heute wird er ein neues Video veröffentlichen – und das ganz bequem von zuhause aus.“

Zusammenfassung

Eine gute Rechtschreibung und eine einwandfreie Grammatik sind wichtig für ein professionelles Erscheinungsbild. Dabei ist es egal, ob Du Deine Texte für einen Blogpost, einen Marketing-Text, einen Social-Media-Beitrag oder für ein eigenes Buch schreibst. Einen Sonderfall stellt die Suchmaschinenoptimierung dar, weil Du hier die Wörter so schreibst, wie sie die Benutzer der jeweiligen Suchmaschine erwarten. Deshalb kann es durchaus einmal vorkommen, dass man ein Wort besser auseinander schreibt, obwohl es eigentlich nicht ganz korrekt ist. Denn so kann man einen Text erzeugen, der auf Keywords optimiert ist.

Die häufigsten Fehlerquellen bei Texten sind Kommas, Groß- und Kleinschreibung sowie Zusammen- und Getrenntschreibung.

Falls Du konkrete Beispiele sehen möchtest, dann ist meine Video-Serie auf YouTube ideal für Dich. Dort zeige ich Dir noch weitere Fehlerquellen, über die ich immer wieder in meinen Lektoraten und Korrektoraten stoße. Zum Beispiel geht es dort auch um die Fragen, ob man Wörter abkürzen kann und wie man mit Zahlen in Texten umgeht.



**Beitragsbild von Dominik Braun


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