Bei der Buch-Gestaltung machen Autoren leider sehr viele Fehler. Dies führt dazu, dass das Buch am Ende unprofessionell wirkt. Damit Dir das nicht passiert, habe ich in diesem Beitrag die sieben häufigsten Fehler bei der Gestaltung eines Buches aufgelistet. Diese Fehler betreffen Inhalt, Cover sowie Buchsatz beziehungsweise die Formatierung des Textes.
Ein super praktisches Hilfsmittel bei der Buch-Gestaltung ist mein Self-Publisher Toolkit, das ich bei meinen Premium Downloads anbiete. Dieses Paket enthält insgesamt fünf Tools, die Dir die Arbeit als Autor erleichtern und Dir dabei helfen, ein professionell aussehendes Buch zu gestalten.
Fehler 1: Keine Korrektur
Der erste Fehler, den viele Autoren machen, ist, dass sie ihr Buch selbst korrigieren oder im schlimmsten Fall sogar gar nicht. Sprachliche und inhaltliche Fehler sowie eine schlechte Gliederung sorgen dafür, dass die Leser schnell die Lust an Deinem Buch verlieren. Damit Dir das nicht passiert, gibt es mehrere Lösungen.
So könntest Du Dein Buch beziehungsweise Dein Manuskript selbst korrigieren. Wenn Du das tust, solltest Du aber sicherstellen, dass Du Deinen Text mit etwas Distanz liest. Und damit meine ich zeitlichen Abstand. Fehler springen einem direkt nach dem Schreiben einfach nicht ins Auge, weil wir das lesen, was wir gemeint haben – und nicht das, was wirklich dort steht.
Noch mehr Distanz zu Deinem Text hat eine zweite Person. Du könntest zum Beispiel jemanden engagieren, der Deinen Text inhaltlich und orthografisch prüft. Die orthografische Prüfung ist das, was man auch als Korrektorat bezeichnet. Hierbei wird der Text auf Rechtschreibfehler und Grammatikfehler geprüft. Der Begriff Lektorat bezieht sich dagegen auf die inhaltliche Prüfung des Textes. Hier geht es darum, ob der Leser die Sachverhalte alle nachvollziehen kann und ob der rote Faden klar ist. Ebenso werden im Lektorat Stellen im Text gekürzt, falls sie zu lang sind. Oder es werden Erklärungen ergänzt, damit alles verständlich ist.
Zu meinen Leistungen für Self-Publisher zählt unter anderem das Lektorat / Korrektorat. Schreibe mich gerne an, falls Du noch jemanden suchst, der Deinen Text überprüft. In einem Video erkläre ich, wie ein Lektorat beziehungsweise Korrektorat abläuft.
Falls Du die Korrektur Deines Textes selbst in die Hand nehmen möchtest, habe ich noch eine kleine Empfehlung für Dich: Ich habe schon einen Blogbeitrag geschrieben, in dem ich die häufigsten Rechtschreibfehler aufliste. Du findest den Artikel auch als Videoserie auf YouTube:
Fehler 2: Unpassendes Format
Der nächste Fehler, den ich häufig bei der Buch-Gestaltung sehe, ist, dass Autoren das falsche Format für ihr Buch wählen. In gewisser Weise gibt es Konventionen, dass man für bestimmte Buch-Typen oder Genres ein bestimmtes Format auswählen sollte. Hier kann es durchaus auch hilfreich sein, sich einmal anzuschauen, wie es die Konkurrenz macht. Suche auf Amazon nach einem Buch, an dem Du Dich orientieren möchtest, und schaue nach den Abmessungen.
Im Prinzip ist bei Amazon KDP fast jedes Seitenverhältnis möglich, da man nicht nur die voreingestellten Formate wählen kann, sondern auch individuelle Maße. Allerdings haben Bücher mit individuellen Maßen teilweise ein paar Einschränkungen bei Verkaufsoptionen. Deshalb kann es sinnvoll sein, eines der Standard-Formate von Amazon KDP zu nehmen.
Ein praktisches Tool aus dem oben vorgestellten Self-Publisher Toolkit ist die Format-Checkliste. Hier findest Du in Tabellen-Form alle möglichen Buch-Formate mit einer Zuordnung, für welchen Buch-Typ sie jeweils geeignet sind.

Fehler 3: Unpassende Schriften
Ein weiterer Fehler bei der Buch-Gestaltung ist die Wahl einer unpassenden Schrift. Tatsächlich sehe ich es immer wieder, dass Bücher in Arial oder Times New Roman geschrieben sind. Da weiß ich dann direkt, dass sich derjenige nicht die Mühe gemacht hat, die in Word voreingestellte Schrift zu ändern. Oder aber der Autor hat einfach eine Schrift verwendet, die er einfach vom Namen her kannte.
Doch auch bei der Schriftwahl gibt es ähnlich wie beim Buch-Format gewisse Konventionen. So solltest Du in Romanen eher Serifenschriften verwenden. Entsprechend wirkt hier die Arial als serifenlose Schrift ziemlich deplatziert. Zwar wäre die Times New Roman von der Kategorie her eine Serifenschrift. Allerdings ist sie auch schon etwas „abgenutzt“ und daher nicht originell. Jeder hat schon tausende Texte in dieser Schriftart gelesen, sodass ich hier zu Alternativen raten würde.
Auf Google Fonts findest Du kostenlose und lizenzfreie Schriften. Es kann sich aber natürlich auch lohnen, etwas Geld auszugeben und eine Schrift zu kaufen. Wie Du eine solche Schrift installierst, erkläre ich Dir in diesem Video.
Damit Du die für Dein Buch passenden Schriften findest, habe ich die Font-Checkliste entworfen, die auch Teil des Self-Publisher Toolkits ist. In einer Tabelle mit fünf Spalten findest Du für jedes Buch-Genre eine zugeordnete Schrift-Kategorie sowie konkrete Beispiel-Schriften jeweils für den Fließtext und die Überschriften.

Fehler 4: Zu kleine oder zu große Schrift
Manchmal passiert es auch, dass die Schrift im Buch zu klein oder zu groß ist. Dieses Problem ist deshalb ein bisschen knifflig, weil auf dem Computer die reale Größe im Buch schwer einzuschätzen ist. Denn häufig zoomt man in seinen Text hinein oder heraus.
Hier gibt es einen kleinen Kniff: Schreibe einfach einen kleinen Absatz aus circa 50 Wörtern in einem Text-Dokument in DIN A4. Kopiere diesen Absatz mehrmals und schreibe ihn in unterschiedlichen Schriftgrößen. Drucke die Seite dann aus und vergleiche die Schriftgrößen auf dem Ausdruck miteinander. Entscheide dann: Welche Schriftgröße funktioniert am besten?
Tipp: Der Text im Impressum darf gerne etwas kleiner sein. Achte aber darauf, dass Du 7 pt. nicht unterschreitest, weil das eine Vorgabe durch Amazon KDP ist. Weitere Vorgaben von Amazon findest Du in meinem Leitfaden für die Taschenbuch-Formatierung und dem für die E-Book-Formatierung.
Anders als Impressum-Texte darf der Fließtext in Kinderbüchern wiederum etwas größer sein.
Fehler 5: Fließtext nicht im Blocksatz
Du solltest Deinen Fließtext im Blocksatz formatieren. Das hat zwei gute Gründe: Es sieht ästhetisch aus und sorgt für eine bessere Lesbarkeit. Ein häufig gemachter Fehler bei der Buch-Gestaltung ist, dass Autoren ihren Fließtext linksbündig setzen. Das mag bei Kinderbüchern mit wenig Text, vielen Bildern und großer Schrift funktionieren. Bei den meisten anderen Büchern ist es aber unangebracht. Zwar ist eine linksbündige Ausrichtung bei längerem Text besser lesbar als eine rechtsbündige oder zentrierte Ausrichtung, aber beispielsweise in einem Sachbuch wirkt sie einfach unprofessionell.
Bei der Ausrichtung im Blocksatz solltest Du auf jeden Fall auch die Silbentrennung im Blick haben, da sonst unschöne Lücken zwischen den Wörtern entstehen können.
Weitere Tipps zur Text-Gestaltung findest Du in meinem Leitfaden „Bessere Texte gestalten“. Dieser ist sowohl einzeln als E-Book erhältlich, ist aber auch im Self-Publisher Toolkit enthalten. Außerdem bekommst Du ihn kostenlos als PDF, wenn Du Dich für meinen Newsletter anmeldest.

Übrigens kann es auch bei der Verwendung von Taschenbuch-Vorlagen durchaus vorkommen, dass Du den Bundsteg beziehungsweise Innenrand anpassen musst. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Du sehr viel mehr Text geschrieben hast als ursprünglich erwartet.
Zwei kleine Tipps: Durch die Verwendung von Formatvorlagen kannst Du Text schneller setzen und damit Zeit sparen. Ebenso unterstützen Dich Shortcuts dabei, effizienter zu arbeiten.

Fehler 6: Bundsteg zu klein
Einen weiteren Fehler sehe ich bei der Buch-Gestaltung ebenfalls sehr häufig: Wenn der Bundsteg und der Innenrand zu klein sind, sorgt das dafür, dass der Text beim Buch mehr oder weniger in der Bindung verschwindet. Das macht das Leseerlebnis zu einem echten Ärgernis! Damit Dir das nicht passiert, solltest Du einen ausreichend großen Bundsteg beziehungsweise Innenrand wählen.
Ein praktisches Hilfsmittel hierfür ist der Bundstegrechner, den ich in Excel entwickelt habe und der auch im Self-Publisher Toolkit enthalten ist. Er funktioniert ganz einfach: Du gibst die Seitenzahl Deines Dokuments an und bekommst dann direkt den empfohlenen Bundsteg für Dein Buch angezeigt. Jetzt solltest Du zu dieser Zahl noch ein paar Millimeter dazu addieren, damit Dein Text nicht genau bis zur Bindung geht, sondern noch einen kleinen Abstand hat.

Eine kleine Beispielrechnung: Dein Buch hat 100 Seiten. Für diese Seitenanzahl gibt der Bundstegrechner einen Bundsteg von 1,1 cm aus. Wenn Du jetzt noch 0,4 cm dazu addierst, bist Du auf der sicheren Seite. Übrigens macht es in Word keinen Unterschied, ob Du den Bundsteg auf 0 cm und den Innenrand auf 1,5 cm setzt oder ob Du den Bundsteg auf 1,1 cm und den Innenrand auf 0,4 cm setzt. Letztendlich werden Bundsteg und Innenrand einfach addiert. Und im Beispiel ergibt das bei beiden Rechnungen in der Summe 1,5 cm.
Falls Du Dich fragst, wie man das Format und die Seitenränder in einem Dokument ändern kann, ohne dass sich die Seitenzahl ändert: Auch dazu habe ich schon ein Video produziert.
Fehler 7: Unprofessionelles Cover
Ein Cover mag vielleicht das Letzte sein, um das Du Dich bei der Buch-Gestaltung kümmern wirst. Doch es ist der erste Berührungspunkt, den der potentielle Käufer mit Deinem Buch hat. Entsprechend solltest Du hier nicht am falschen Ende sparen.
Falls Du noch nicht weißt, wie Du Dein Buch-Cover umsetzen möchtest, dann empfehle ich Dir dieses Video, in dem ich vier unterschiedliche Möglichkeiten der Cover-Gestaltung vorstelle.
Ebenfalls spannend: In einem Interview gibt der Cover-Designer TomJay ein paar Blicke hinter die Kulissen und erklärt, was ein gutes Cover ausmacht.
Fazit
Die Überschrift für diesen Artikel hätte auch wie folgt lauten können: „Woran erkenne ich ein professionell gestaltetes Buch?“ Die Antwort ist relativ einfach: Vermeide die oben aufgezählten Fehler, um ein professionell aussehendes Buch zu erhalten.
Weitere Fehler, die Du in Deinem Buch vermeiden solltest, sind Schusterjungen und falsch benutzte Einrückungen.
In meinem nächsten Artikel geht es darum, wie Du die passende Software findest, um Dein Buch zu schreiben.
**Beitragsbild von Patrick Tomasso auf Unsplash
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